Reform 2027 · Kosten

Führerschein 2027
günstiger?

„Bezahlbarer Führerschein“ ist das Versprechen der Reform. Rund 3.400 € kostet die Klasse B heute im Schnitt. Was davon wirklich wegfällt, was neu dazukommt und wo du selbst den größten Hebel hast — ohne Zahlen, die niemand belegen kann.

⚠️ Stand: Entwurf. Die Reform steckt in zwei Vorlagen: der Fahrschulmodernisierungs-Verordnung (FahrschModV, Bundesrats-Drucksache 365/26 — sie enthält die neue Fahrschulausbildungsverordnung) und dem Gesetz zur Änderung des Fahrlehrergesetzes (Bundestags-Drucksache 21/7404). Das Kabinett hat beides am 20.05.2026 beschlossen. Der Bundestag berät das Gesetz am 24.09.2026 in erster Lesung; die Verordnung braucht die Zustimmung des Bundesrats. Einzelheiten können sich bis zur Verabschiedung noch ändern — wir aktualisieren diese Seite. (Stand 19.09.2026)

Kurz gesagt: Die Reform senkt keinen einzigen Preis per Gesetz — Fahrschulen bilden ihre Entgelte weiter frei. Sie streicht aber Pflichtposten (Theorieunterricht, feste Sonderfahrten), erlaubt günstigere Wege (App, Simulator, Üben mit Eltern) und zwingt Fahrschulen zu öffentlichen Preisen und Bestehensquoten. Sparen tut, wer diese Freiheiten nutzt — und nicht durch die Prüfung fällt.

Woraus die 3.400 € heute bestehen

Jede Fahrschule setzt ihre Preise selbst — deshalb gibt es keine amtliche Preisliste. Die Bausteine sind aber überall gleich, und die Reform greift in fast jeden davon ein:

BausteinHeuteNach der Reform (Entwurf)
Grundbetrag (Anmeldung, Verwaltung, Lehrmaterial)Pauschale je FahrschuleBleibt — muss im Transparenzregister stehen
TheorieunterrichtMeist im Grundbetrag enthalten, 14 Doppelstunden PflichtFreiwillig; wenn angeboten, eigener Preisposten
Übungsfahrten (45 Min)Je nach Können, oft 20–40 Stunden — der größte PostenBleibt der größte Posten; Simulator und Fahrpraxisanleiter können Stunden ersetzen
Sonderfahrten (Überland/Autobahn/Nacht, teurer als Übungsfahrten)12 Pflichtfahrten (5 + 4 + 3)Keine feste Anzahl — nach Ausbildungsstand
Vorstellung zur Prüfung (Theorie + Praxis)Je Prüfung, bei Wiederholung erneutBleibt; neu: Prüfungsreife-Feststellung als eigener Posten
Gebühren Prüfstelle (TÜV/DEKRA)Je Prüfung, bei Wiederholung erneutSollen sinken (Theorie deutlich) — siehe Reform-Überblick
Nebenkosten (Sehtest, Erste Hilfe, Passbild, Behörde)FixUnverändert

Quellen: Pressemitteilung BMV vom 20.05.2026 („rund 3.400 Euro“); § 32 Fahrlehrergesetz-Entwurf (Stand 29.07.2026); FahrschAusbVO-Entwurf. Aktuelle Prüfungskosten: Was kostet die Theorieprüfung?

Was wegfällt

  • Der Pflicht-Theorieunterricht. 14 Doppelstunden, die bisher jeder absitzen musste, egal ob er den Stoff schon konnte. Ob die Fahrschule dafür künftig weniger Grundbetrag verlangt oder Unterricht als Zusatzpaket verkauft, zeigt das Transparenzregister. Wer per App lernt, zahlt nur die App: Theorieunterricht freiwillig.
  • Die 12 festen Sonderfahrten. Heute die teuersten Stunden der Ausbildung, in fester Zahl vorgeschrieben. Künftig entscheidet der Fahrlehrer nach deinem Ausbildungsstand, wie viele Überland-, Autobahn- und Nachtfahrten nötig sind — sie bleiben Pflicht, aber nicht in fester Anzahl.
  • Die Fahrschulnennung im Antrag. Du kannst den Antrag stellen, bevor du dich für eine Fahrschule entschieden hast — und in Ruhe Preise vergleichen.
  • Der „Blindflug“ zur praktischen Prüfung. Die Fahrschule muss vor der Prüfung in einer Testfahrt deine Prüfungsreife feststellen. Das kostet einmal — und verhindert den teuersten Fehler überhaupt: Durchfallen mit erneuter Prüfgebühr, Vorstellungsentgelt und Zusatzstunden.

Quellen: §§ 3, 4, 11, 12 FahrschAusbVO-Entwurf; § 21 FeV-Entwurf.

Was neu dazukommt

Der Fahrlehrergesetz-Entwurf zählt auf, welche Preise Fahrschulen melden müssen — und darunter sind Posten, die es heute nicht gibt:

  • Entgelt für die Feststellung der Prüfungsreife (die Testfahrt in Prüfungslänge).
  • Entgelt für die Begleitung zur praktischen Prüfung, sofern erhoben.
  • Entgelt für eine Fahrstunde am Simulator, sofern angeboten — üblicherweise günstiger als im Auto, und ohne Fahrlehrer zulässig.
  • Entgelt für Einweisung und Beobachtungsfahrt beim Üben mit Fahrpraxisanleiter.
  • Pauschaliertes Entgelt für die weitere Ausbildung bei Nichtbestehen der Theorieprüfung, sofern angeboten.

Ehrlich gerechnet: Beim Fahrpraxisanleiter-Modell bleiben mindestens 12 Fahrstunden, eine Einweisung, eine Beobachtungsfahrt und der Prüfungsreife-Test in der Fahrschule — plus Versicherungsanpassung und L-Schilder. Es spart nur dann Geld, wenn die 1.000 km mit den Eltern wirklich Fahrstunden ersetzen, die du sonst gebraucht hättest.

Quelle: § 32 Abs. 2 Fahrlehrergesetz-Entwurf (Stand 29.07.2026); § 4 Abs. 4 FahrschAusbVO-Entwurf (Simulator ohne Fahrlehrer).

Das Transparenzregister

Der vielleicht wirksamste Kostenhebel steht nicht in der Ausbildungsverordnung, sondern im Fahrlehrergesetz: Jede Fahrschule muss ihre Entgelte und jede Entgeltänderung vor Anwendung elektronisch ans Bundesverkehrsministerium melden. Das Ministerium darf ein öffentlich zugängliches Register führen mit:

  • Name und Anschrift der Fahrschule,
  • allen Preisposten nach § 32 — vom Grundbetrag bis zur Simulatorstunde,
  • einer Statistik über durchgeführte, bestandene und nicht bestandene praktische Prüfungen je Fahrschule, getrennt nach Klassen und Erst-/Wiederholungsprüfung — geliefert von den Prüfstellen, vierteljährlich.

Für dich heißt das: Preise und Erfolgsquoten werden vergleichbar. Eine günstige Fahrstunde nützt nichts, wenn die Fahrschule eine hohe Durchfallquote hat — jede nicht bestandene Prüfung kostet dich Gebühr, Vorstellungsentgelt und Wartezeit. Bis das Register läuft: Fahrschule wechseln — Ablauf und Kosten.

Quellen: §§ 32, 57 Abs. 3, 59 Abs. 4, 60 Fahrlehrergesetz-Entwurf (Stand 29.07.2026).

Deine 5 Hebel — heute und 2027

  1. Theorie beim ersten Mal bestehen. Jeder Fehlversuch kostet Prüfgebühr, Vorstellungsentgelt und Zeit. Ab Juli 2027 sind nur noch 3 Fehlerpunkte erlaubt — so bereitest du dich vor.
  2. Theorie selbst lernen statt Unterricht kaufen. Ab 2027 legal und vollwertig. Mit einer App, die alle amtlichen Fragen erklärt, kostet das einen Bruchteil einer einzigen Fahrstunde: 30 Tage für 9,99 € oder 39,90 € im Jahr.
  3. Theorie vor der ersten Fahrstunde können. Wer Vorfahrt, Verkehrszeichen und Geschwindigkeit im Kopf hat, braucht weniger Fahrstunden, weil der Fahrlehrer nicht am Steuer Regeln erklären muss.
  4. Fahrstunden vorbereiten und nachbereiten. Jede Stunde, in der du weißt, was heute dran ist, sitzt besser. Dafür gibt es den Praxis-Coach.
  5. Prüfungsreife ernst nehmen. Erst zur praktischen Prüfung, wenn die Testfahrt sauber war — ab 2027 Pflicht, heute schon klug.

Häufige Fragen

Wird der Führerschein 2027 günstiger?

Das ist das Ziel, eine Zahl nennt niemand. Preise bleiben Sache der Fahrschule; die Reform streicht Pflichtposten, erlaubt günstigere Wege und macht Preise und Bestehensquoten öffentlich.

Was kostet der Theorieunterricht 2027?

Er wird freiwillig. Wenn die Fahrschule ihn anbietet, steht der Preis im Transparenzregister. Selbst lernen per App kostet bei TheorieCoach 9,99 € (30 Tage) oder 39,90 € (Jahr).

Fallen die Sonderfahrten weg?

Die feste Zahl (12) fällt weg. Überland, Autobahn und Nacht bleiben Pflicht — Umfang nach deinem Können.

Was ist das Transparenzregister?

Ein öffentliches Register mit den Preisen jeder Fahrschule und den Bestehensquoten ihrer Schüler in der praktischen Prüfung.

Welche neuen Kosten gibt es?

Prüfungsreife-Feststellung, Prüfungsbegleitung, Simulatorstunde, Einweisung/Beobachtungsfahrt beim Fahrpraxisanleiter — je nach Fahrschule.

Spare ich mit dem Fahrpraxisanleiter Geld?

Nur wenn die 1.000 km echte Fahrstunden ersetzen. Mindestens 12 Fahrstunden plus Einweisung, Beobachtungsfahrt und Prüfungsreife-Test bleiben.

Hebel Nr. 1 und 2

Theorie selbst lernen, beim ersten Mal bestehen

Alle 1.787 amtlichen Fragen mit Erklärung, Fehlerkartei, Prüfungssimulation und KI-Coach in 15 Sprachen. 100 Fragen gratis — danach weniger als eine halbe Fahrstunde für 30 Tage.

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